Baurechtliche Bestimmungen bei Photovoltaik-Anlagen

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Baurechtliche Bestimmungen für die Installation von Photovoltaik-Anlagen

Installation einer Photovoltaik-Anlage - Quelle: pixabay.com

Verfasst von: ENnergy GmbH Zuletzt aktualisiert: 26. März 2020

Was gibt es für die Installation einer Photovoltaik-Anlage zu beachten?

Im letzten Artikel sind wir auf grundlegende Planungsschritte vor Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage eingegangen. Im folgenden sehen Sie die Auflistung des letzten Artikels auf die wir eingegangen sind:

  • In welche Richtung zeigt meine Dachfläche?
  • Wie stark ist mein Dach geneigt?
  • Wirft ein Objekt (z.B. Bäume) Schatten auf mein Dach?
  • Ich hab ein Flachdach und nun?
  • Wie groß bzw. leistungsstark sollte meine Photovoltaik-Anlage sein?
  • Wie groß bzw. leistungsstark sollte mein Stromspeicher sein?
  • Ist mein Standort geeignet für gute Solarstrom-Erträge?

In diesem Artikel geht es um die baulichen Vorgaben bei Photovoltaik-Anlagen. Den im Sinne des Baurechts ist der Eingriff in ...

  1. Kann mein Dach die Last einer Photovoltaik-Anlage stemmen?
  2. Brauche ich eine Baugenehmigung für die Installation einer PV-Anlage?
  3. Wie stets um die Sicherheit?
  4. Ich plane ein KfW-Effizienzhaus. Wie sieht die Förderung dafür aus?

Baurechtliche Vorgaben: Das sollten Sie beachten

Die Dachlastreserve

Die Dachlast beschreibt die maximale Widerstandskraft eines Daches. Neben dem Eigengewicht muss das Dach auch weitere Lasten, wie z.B. der Witterung stemmen können.

Die Dachlastreserve gibt also an, wieviel Last ein Dach zusätzlich tragen kann. Besonders bei der Installation einer Photovoltaik-Anlage ist die Dachlastreserve ein wichtiger Faktor für die Planung.

Auf die Dachlastreserve fällt unter anderem:

  • Witterung (Regen, Schnee und Wind)
  • Bebauung und Begrünung
  • Photovoltaik-Anlagen

Die baulichen Vorschriften schreiben bei jedem Dach eine ausreichende Dachlastreserve vor. Ca. 20 kg pro m² nimmt eine Photovoltaik-Anlage mit Modulen und Dachgestell ein. Fertighäuser haben oftmals eine geringere Dachlastreserve, da der Dachstuhl in der Regel leichter ist. Jedoch sollte jeder der vorhat sich eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen, einen Blick in die eigenen Baupläne werfen, um Gewissheit zu schaffen.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Streng genommen ist die Montage einer Photovoltaik-Anlage eine bauliche Anlage im Sinne des Baurechts und sollte daher baurechtliche Bestimmungen erfüllen. Jedes Bundesland hat seine eigenen Bauordnungen.

Genehmigungsfreie Bauvorhaben

Möchten Sie eine „typische“ Photovoltaik-Anlage parallel zur Dachfläche oder der Fassade installieren lassen, so ist diese deutschlandweit regulär „genehmigungsfrei“. Das heißt, das eine Baugenehmigung nicht erforderlich ist.

Genehmigungspflichtige Bauvorhaben

Bei der Installation einer Photovoltaik-Anlage, die auf denkmalgeschützten Gebäuden errichtet werden soll, gilt eine generele genehmigungspflicht. Außerdem trifft dies auch auf einige Freilandflächen zu, welche bundeslandabhängig gesonderte Bestimmungen festgeschrieben haben.

Genehmigungspflichtige Photovoltaik-Anlagen nach Bundesländer

Bundesland Gesetz Genehmigungspflicht
Baden-Württemberg Landesbauordnung, LBO für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Bayern Bayrische Landesbauordnung, BayBo für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Berlin Bauordnung für Berlin, BauOBln für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Brandenburg Landesbauordnung, BbgBO Flachdachanlagen über 10 qm oder Bauhöhe über 0,6 m, Freiflächenanlagen
Bremen Landesbauordnung, BremLBO Anlagen in der Nähe von Kulturdenkmälern, Freianlagen
Hamburg Hamburgische Bauordnung, HBauO für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Hessen Hessische Bauordnung, HBO Freianlagen über 10 qm
Mecklenburg-Vorpommern Landesbauordnung, LBauO M-V für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Niedersachsen Niedersächsische Bauordnung, NbauO Freianlagen
Nordrhein-Westfalen Bauordnung, BauO NRW Anlagen auf Gebäuden bei Nutzungsänderung des Gebäudes, Freianlagen
Rheinland-Pfalz Landesbauordnung, LBauO Freianlagen, Anlagen auf oder in der Nähe von Denkmälern
Saarland Bauordnung für das Saarland, LBO für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 10 m Länge
Sachsen Sächsische Bauordnung, SächsBO für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Sachsen-Anhalt Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt, BauO LSA für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge
Schleswig-Holstein Landesbauordnung, LBO für gebäudeunabhängige Anlagen über 2,75 m Höhe und 9 m Länge; Anlagen an/auf und in der Nähe von Denkmälern
Thüringen Thüringer Bauordnung, ThürBO für gebäudeunabhängige Anlagen über 3 m Höhe und 9 m Länge

Zudem dürfen Kommunen in ihren regionalen Bebauungsplänen weitere Vorgaben treffen. Um Klarheit zu schaffen, sollten Sie sich bei Ihrer zuständigen Baubehörde erkundigen.

Normen

Seit dem 14.12.2018 ist ein Überspannungsschutz für Photovoltaik-Anlagen Pflicht. Geregelt wurde es seit dem 1.10.2016 durch die VDE Normen 0100-443 und 0100-534. Der Einbau eines Überspannungsschutzes gilt für Neuanlagen als auch für Umbauten oder Erweiterungen.

Zweck dessen ist es die Photovoltaik-Anlage mit eventuellem Stromspeicher vor schädlichen Überspannungen, wie z.B. durch direkte oder indirekte Blitzeinschläge zu schützen und damit einhergehende finanzielle Kosten zu vermeiden. Wenn der Blitz nicht direkt einschlägt, dann spricht man von einem indirekten Blitzeinschlag. Indirekte Blitzeinschläge können hohe Magnetfelder besitzen und sehr hohe Spannungsspitzen einkoppeln.

Viele Geräte reagieren darauf sehr empfindlich, wie z.B. der Wechselrichter, der für die Umwandlung von Gleichstrom, welche die PV-Anlage produziert, in nutzbaren Wechselstrom zuständig ist. Wird dieser durch eine Überspannung beschädigt, so können Sie auch nicht mehr von Ihrem Photovoltaik-Strom gebrauch machen.

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