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Steuerliche Vorteile bei
Photovoltaik und Stromspeichern

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Der Steuerratgeber: Steuerliche Vorteile mit Ihrer Photovoltaik-Anlage und einem Stromspeicher sinnvoll nutzen

In diesem Artikel gehen wir auf die steuerliche Rechtslage zu Photovoltaikanlagen und Stromspeicher ein. Betreiber einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage, also die Ihren selbst produzierten Solarstrom auch in das öffentliche Netz einspeisen sind im steuerrechtlichen Sinn unternehmerisch tätig und somit steuerpflichtig.

Jedoch kann sich der Käufer einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers im vorhinein entscheiden, welches Steuerspar-Modell er für die Zukunft wählt. Im folgenden gehen wir auf die Kleinunternehmer-Regelung und die Umsatzsteuer-Pflicht ein.

Steuerliche Vorteile bei Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern nutzen

Die Kleinunternehmer-Regelung (KU-Regelung)

Die Kleinunternehmer-Regelung, folgend KU-Regelung genannt, wurde speziell für Unternehmen mit geringen Umsätzen geschaffen. Die KU-Regelung zeichnet sich dadurch aus, dass Kleinunternehmer von der Regelbesteuerung, also der Umsatzsteuerpflicht befreit sind und keine Umsatzsteuer zahlen müssen. Dies betrifft auch die Erlöse bei der Einspeisung des selbst produzierten Solarstroms, sowie den selbst verbrauchten Solarstrom pro Kilowattstunde. Damit sparen Sie sich die jährliche Umsatzsteuer-Jahreserklärung. Auf der anderen Seite verzichten Kleinunternehmer auf den Vorsteuerabzug, mit dem man beispielsweise die Anschaffungs-, die Planungs- sowie die Installationskosten der PV-Anlage und des Stromspeichers bei der Umsatzsteuerjahreserklärung steuerlich abschreiben könnte.

Bei der KU-Regelung darf der Betreiber einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) bzw. eines Stromspeichers mit seiner Ausstattung maximal 17.500 Euro (Brutto) Jahresumsatz erzielen. Das entspricht einer Netzeinspeisung von ungefähr 194.425 kWh im Jahr bei einem Einspeisevergütungssatz von 11,11 Cent/kWh.

In der Regel erreichen Privatpersonen mit einer handelsüblich dimensionierten PV-Anlage diesen Jahresumsatz nicht ansatzweise und können von der KU-Regelung problemlos Gebrauch machen. Anders sieht es für bereits selbstständige Personen aus, die länger als 1 Jahr selbstständige Einkünfte erzielen. Für diese Personengruppe wurde ein weiterer Grenzwert von 50.000 Euro (Umsatzsteuer-Anwendungserlass) im aktuellen Kalenderjahr geschaffen.

Fallbeispiel in der KU-Regelung:

Liegt beispielsweise der Brutto-Jahresumsatz eines mehrjährigen Selbstständigen im vorigen Kalenderjahr unter 17.500 Euro und liegt im aktuellen Kalenderjahr der voraussichtliche Brutto-Jahresumsatz unter 50.000 Euro, so ist er im aktuellen Kalenderjahr als Kleinunternehmer zu betrachten und von der Regelbesteuerung befreit.


Entscheidungsfindung zur Kleinunternehmerregelung (KU) oder zur Regelbesteuerung

In der folgenden Übersichts-Grafik erfahren Sie detailliert, in welchen Fällen Sie der Regelbesteuerung unterliegen und wann Sie von der Kleinunternehmer-Regelung profitieren. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Entscheidungsfindung zur Regelbesteuerung oder zur Kleinunternehmerregelung bei Photovoltaikanlagen und Stromspeicher-Systemen

Umsatzsteuer bei Photovoltaik-Anlagen

Die Steuer für den Endverbraucher, auch Mehrwertsteuer (MwSt.) genannt, beträgt in der Regel 19%, bei gewissen Ausnahmen 7%. Zu den Ausnahmen zählen z.B. Lebensmittel, Bücher, Personennahverkehr sowie Versicherungen. Eine Photovoltaik-Anlage und ein Stromspeicher werden mit dem Standardsatz von 19% versteuert. Entscheidet sich der Betreiber einer Photovoltaik-Anlage und Stromspeicher für die Regelbesteuerung so kann der Betreiber vom Vorsteuerabzug Gebrauch machen. Das bedeutet, dass er die Investition also die Anschaffung, sowie die Installations- und Reparaturkosten steuerlich abschreiben kann.

Fallbeispiel in der Umsatzsteuerpflicht

Kostet beispielsweise die Investition Ihrer Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einem Stromspeicher 23.000 Euro Brutto, so erhalten Sie nur für die Investition Ihrer Photovoltaik-Anlage und Stromspeicher 4370 Euro bei der Umsatzsteuer-Jahreserklärung vom Finanzamt zurück! Außerdem fallen weitere jährliche bzw. regelmäßige Kosten an, wie z.B. Kosten für den Stromzähler, Anlagenüberwachung, Wartung, Versicherungen oder der eigene Steuerberater. Dafür muss auch Mehrwertsteuer gezahlt werden und dies können Sie sich ebenfalls bei der Jahreserklärung zurückholen.

Außerdem lohnt sich die Umsatzsteuerpflicht für Betreiber von PV-Anlagen, die Ihren Solarstrom zu 100% ins Netz einspeisen oder an Dritte verkaufen wollen (siehe Mieterstrom). Auf diese Art und Weise senken Sie Ihre Betriebskosten und sparen bei der Versicherung, der Wartung und eventuelle Reparaturkosten der PV-Anlage bzw. des Stromspeichers ein.

Auf Rechte folgen auch Pflichten:

Andererseits werden auch netzgekoppelte Anlagen besteuert. Das heißt, dass jede selbst produzierte Kilowattstunde, die in das öffentliche Netz eingespeist oder selbst verbraucht wird, ebenfalls mit 19% besteuert wird. Das trifft aber nur zu, wenn Sie mindestens 10% des selbst produzierten Solarstroms einspeisen.

Die Praxis zeigt, dass Betreiber einer PV-Anlage ohne passenden Stromspeicher auf einen Eigenverbrauchswert von ca. 30% kommen. Der Rest des selbst produzierten Solarstroms wird in der Regel in das öffentliche Netz eingespeist. Mit einem Stromspeicher können Sie den Eigenverbrauchswert mehr als verdoppeln.

Dauer der Umsatzsteuerpflicht:

Sollten Sie sich für die Umsatzsteuerpflicht entschieden haben, dann zahlen Sie ab der Inbetriebnahme der Anlage zunächst fünf Jahre lang, sofern Ihre Photovoltaik-Anlage auf dem Dach montiert ist. Für dachintegrierte Anlagen liegt die Mindestlaufzeit bei der Umsatzsteuerpflicht bei 10 Jahren.

Tipp: Der Wechsel in die Kleinunternehmer-Regelung

Sollte der Betreiber einer PV-Anlage und eines Stromspeichers nach fünf vollen Jahren den Wechsel in die Kleinunternehmer-Regelung erwägen, so ist es sinnvoll ein weiteres Jahr zu warten. Denn dann müssen Sie die geltend gemachte Vorsteuer nicht zurückzahlen, da der sogenannte Berichtigungszeitraum für die Vorsteuer abgelaufen ist. Der reguläre Statuswechsel ist immer zum ersten eines Jahres nach Ablauf der Mindestfrist von 5 Jahren möglich. Natürlich sollten Sie beim Wechsel die Jahresumsatz-Grenze im Vorjahr und im aktuellen Kalender-Jahr berücksichtigen (siehe Kleinunternehmer-Regelung).


Sollte ich mich nun für die Umsatzsteuerpflicht oder die Kleinunternehmer-Regelung entscheiden?

Im Grunde sollte bei einem geringem Solarstromverbrauch die Umsatzsteuerpflicht bevorzugt werden und bei einem hohem Eigenverbrauch dementsprechend die Kleinunternehmer-Regelung.

Wenn die Regelbesteuerung gewählt wurde und innerhalb von 20 Jahren der eingenommene Vorsteuerabzug aus Anschaffungs-, Planungs-, Installationskosten sowie Betriebskosten höher ausfällt als die entrichtete Umsatzsteuer aus den selbst produzierten Solarstrom, dann hat sich die Umsatzsteuer auf jeden Fall gerechnet. Relevant sind jedoch die Betriebskosten in einer so langen Zeitspanne.

Andererseits, allein die Besteuerung auf den selbst produzierten Solarstrom für jede Kilowattstunde bei der Umsatzsteuerpflicht, lässt nur den Entschluss zu, dass sich die Kleinunternehmer-Regelung nur bei einem sehr hohen Eigenstromverbrauch rechnet. Auch eine Mischform kann ideal funktionieren, indem Sie die ersten 5 oder 6 Jahre bei der Umsatzsteuerpflicht bleiben und dannach erst in die Kleinunternehmer-Regelung wechseln.

Letzenendes sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden, um das optimale Steuerspar-Modell zu finden.

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