Leichte flexible Solarmodule auf einem Flachdach einer Gewerbehalle mit geringer Traglast installiert
Bild: Leichte Solarmodule ermöglichen Photovoltaik auch auf statisch kritischen Gewerbedächern | © ENnergy GmbH

Leichte Solarmodule wiegen bis zu 70 % weniger als herkömmliche Glasmodule und ermöglichen Photovoltaik auf Dächern, die für Standardanlagen zu schwach sind. Gerade Gewerbehallen, Lagerhäuser und ältere Gebäude profitieren von dieser Technologie.

Viele Unternehmen scheitern beim Wunsch nach einer Solaranlage an der begrenzten TraglastDie maximale Last, die eine Dachkonstruktion zusätzlich zum Eigengewicht und Schnee- bzw. Windlasten tragen kann. ihres Daches. Flexible Solarmodule lösen dieses Problem: Sie bringen nur 3 bis 8 kg pro Modul auf die Waage, statt der üblichen 20 bis 25 kg. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie leichte PV-Module funktionieren, was sie kosten und für welche Dächer sie sich eignen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zu 70 % leichter: Leichte Solarmodule wiegen nur 3 bis 8 kg statt 20 bis 25 kg pro Modul.
  • Ideal bei geringer Traglast: Gewerbehallen, Flachdächer und Altbauten lassen sich ohne Dachverstärkung nachrüsten.
  • Flexible Bauweise: Einige Modelle passen sich gebogenen oder unebenen Dachflächen an.
  • Schnellere Montage: Klebemontage oder Klicksysteme statt schwerer Metallunterkonstruktion.
  • Vergleichbare Leistung: Moderne Leichtmodule erreichen über 20 % Wirkungsgrad.

Was sind leichte Solarmodule?

Diese Module unterscheiden sich von herkömmlichen PV-Modulen vor allem durch ihren Aufbau. Während Standardmodule aus einer schweren Glasscheibe, Siliziumzellen und einem Aluminiumrahmen bestehen, setzt die neue Generation auf alternative Materialien.

Woraus bestehen die Module?

Statt Glas verwenden Hersteller Polymerverbundwerkstoffe oder spezielle Kunststofffolien als Frontabdeckung. Der Aluminiumrahmen entfällt komplett oder wird durch leichtere Alternativen ersetzt. Das Ergebnis: Module, die nur 2 bis 6 mm dünn sind und sich teilweise sogar biegen lassen.

Laut dem Fraunhofer ISE Photovoltaics Report wächst die installierte PV-Leistung weltweit mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 27 % – ein Trend, den diese Technologie weiter beschleunigt.

Wie unterscheiden sich die Modultypen?

Eigenschaft Konventionelle Module Leichte Solarmodule
Gewicht pro Modul 20 – 25 kg 3 – 8 kg
Frontmaterial Glas (3,2 mm) Polymerverbund / Folie
Rahmen Aluminium Rahmenlos oder Kunststoff
Dicke 30 – 40 mm 2 – 6 mm
Flexibilität Starr Teils biegbar (bis 210°)
Wirkungsgrad 20 – 23 % 19 – 21 %

Gut zu wissen: ENnergy setzt auf Sunman eArc Module – die weltweit ersten glasfreien kristallinen Solarmodule. Mit nur 2 mm Dicke und rund 2,8 kg/m² gehören sie zu den leichtesten Modulen auf dem Markt. Die eArc-Serie ist in Varianten von 430 bis 520 Watt verfügbar und bietet 25 Jahre Leistungsgarantie.

Flexible vs. leichte Solarmodule: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Eigenschaften. Leicht bezieht sich auf das Gewicht, flexibel auf die Biegbarkeit. In der Praxis treffen oft beide Eigenschaften zu – aber nicht immer.

Typ Gewicht Biegbar? Typische Anwendung
Leicht + flexibel 2 – 5 kg/m² Ja Gewölbte Dächer, Tonnendächer, unebene Flächen
Leicht + starr 5 – 8 kg/m² Nein Flachdächer mit geringer Traglast
Dünnschicht (flexibel) 3 – 6 kg/m² Ja Fassaden, gebogene Strukturen

Für Gewerbedächer empfehlen wir in der Regel leichte kristalline Module wie die Sunman eArc-Serie. Diese bieten den besten Kompromiss aus geringem Gewicht und hohem Wirkungsgrad. Dünnschichtbasierte flexible PV-Module haben zwar eine höhere Biegbarkeit, erreichen aber geringere Wirkungsgrade (12 bis 16 %).

Vorteil Dünnschicht: Flexible Solarmodule auf Dünnschichtbasis erzielen bei diffusem Licht und teilverschatteten Bedingungen oft bessere Erträge als kristalline Module. Das kann bei nordorientierten Dachflächen oder in Regionen mit häufiger Bewölkung ein entscheidender Faktor sein.

Welche Vorteile bieten leichte PV-Module?

Die Gewichtsreduzierung ist der offensichtlichste Vorteil, aber die Module punkten auch in anderen Bereichen.

Keine Dachverstärkung nötig

Dächer mit geringer Traglast – etwa Trapezblech, Sandwichpaneele oder ältere Konstruktionen – können ohne teure Verstärkungsarbeiten mit PV ausgestattet werden. Die Ersparnis liegt oft bei 5.000 bis 15.000 Euro pro Projekt.

Vereinfachte Statikprüfung

Da die Module die Dachkonstruktion kaum zusätzlich belasten, fällt die Statikprüfung oft deutlich weniger umfangreich aus. Das spart Zeit und Kosten bei der Genehmigung.

Schnellere Montage

Flexible Solarmodule lassen sich per Klebemontage oder Klicksystem befestigen – ohne Dachdurchdringung. Die Montagezeit sinkt im Schnitt um 20 bis 30 % gegenüber Standardanlagen.

Anpassung an jede Dachform

Flexible Varianten passen sich gebogenen, gewölbten oder unebenen Flächen an. Auch Flachdächer mit geringer Neigung profitieren von der reduzierten Windlast.

Für welche Gebäude eignen sich flexible Solarmodule?

Diese Technologie ist besonders dort gefragt, wo konventionelle Anlagen an ihre Grenzen stoßen. Typische Einsatzbereiche:

  • Gewerbehallen und Produktionsgebäude mit Trapezblech- oder Sandwichpaneeldächern
  • Lagerhallen und Logistikzentren mit großen, aber statisch begrenzten Dachflächen
  • Landwirtschaftliche Gebäude wie Scheunen und Ställe mit leichten Dachkonstruktionen
  • Altbauten und Bestandsgebäude bei Nachrüstung ohne Dachsanierung
  • Carports und Überdachungen mit schlanker Unterkonstruktion

Was ist bei Schnee- und Windlast zu beachten?

Auch wenn leichte PV-Module das Dach kaum belasten, bleiben Schnee- und Windlasten ein wichtiger Faktor. Die Module selbst wiegen zwar nur 2 bis 8 kg pro Quadratmeter, aber in schneereichen Regionen kommen 0,75 bis 2,5 kN/m² Schneelast hinzu. Flexible Module ohne Aufständerung bieten dabei einen Vorteil: Sie bilden keine Angriffsfläche für Wind und benötigen keine schwere BallastierungBeschwerung der Unterkonstruktion mit Betonsteinen oder ähnlichem Material, um Windkräften standzuhalten. Bei Flachdachanlagen mit konventionellen Modulen häufig notwendig.. Trotzdem sollte ein Statiker die Gesamtbelastung vor der Installation prüfen.

Wichtig: Auch bei leichter Modulbauweise sollte ein Fachbetrieb die Dachstatik prüfen. Faktoren wie Schneelast, Windlast und der Zustand der Dachkonstruktion müssen berücksichtigt werden – auch wenn das Modulgewicht gering ist.

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Montage und Installation auf dem Gewerbedach

Die Installation unterscheidet sich grundlegend von der konventioneller Anlagen. Durch das geringe Gewicht entfallen schwere Metallunterkonstruktionen – stattdessen kommen spezialisierte Befestigungssysteme zum Einsatz.

Welche Montagesysteme gibt es?

  • Klebemontage: Module werden direkt auf die Dachhaut geklebt – keine Durchdringung, kein Leckagerisiko. Ideal für Bitumen- und Foliendächer.
  • Klicksysteme: Schnelle Befestigung auf Kunststoffschienen, werkzeugarm und rückbaubar.
  • Leichte Unterkonstruktionen: Kunststoff- oder Aluminiumprofile für belüftete Montage mit optimaler Hinterlüftung.

Die Klebemontage hat sich im Gewerbebereich als besonders praktisch erwiesen: Die Dachhaut bleibt vollständig intakt, es entstehen keine neuen Schwachstellen für Feuchtigkeit. Die Module lassen sich bei Bedarf rückstandsfrei entfernen – etwa bei einer späteren Dachsanierung.

Beauftragen Sie immer einen qualifizierten Fachbetrieb mit der Installation. Auch wenn die Montage einfacher ausfällt, sind Fachkenntnisse bei Elektrik, Dachabdichtung und Befestigung unverzichtbar.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Leichte Solarmodule kosten in der Anschaffung etwas mehr als konventionelle Glasmodule. Dieser Aufpreis relativiert sich jedoch in der Gesamtkalkulation deutlich.

Kostenposition Konventionelle Anlage Mit leichten Modulen
Module (pro kWp) 250 – 400 € 350 – 550 €
Unterkonstruktion 80 – 150 €/kWp 30 – 80 €/kWp
Dachverstärkung Oft nötig (5.000 – 15.000 €) Entfällt in der Regel
Montagezeit Basis 20 – 30 % kürzer

Unterm Strich liegen die Gesamtkosten einer gewerblichen Anlage mit leichten Modulen oft auf ähnlichem Niveau wie bei konventioneller Technik. Die Amortisation liegt – je nach Eigenverbrauchsanteil und Strompreis – bei 8 bis 12 Jahren.

  • Geringere Montagekosten durch einfachere Befestigung
  • Keine oder reduzierte Kosten für Dachverstärkung
  • Vereinfachte und günstigere Statikprüfung
  • Erschließung von Dachflächen, die sonst ungenutzt blieben
  • Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene nutzbar

Hinzu kommen steuerliche Vorteile wie die SonderabschreibungGewerbebetriebe können PV-Anlagen unter bestimmten Voraussetzungen beschleunigt abschreiben, was die Steuerlast im Investitionsjahr senkt. für Gewerbebetriebe. Gerade bei großen Dachflächen kann der Business Case überzeugend ausfallen, weil die Module Flächen erschließen, die mit konventioneller Technik nicht nutzbar wären.

Häufig gestellte Fragen zu leichten Solarmodulen

Ja. Moderne Leichtmodule erreichen Wirkungsgrade von 19 bis 21 %. Damit liegen sie nur knapp unter den besten konventionellen Modulen (20 bis 23 %). In der Praxis ist der Ertragsunterschied gering, da sie bei diffusem Licht teilweise sogar besser abschneiden.

Fazit: Leichte Solarmodule machen jedes Gewerbedach nutzbar

Leichte Solarmodule beseitigen die größte Hürde für Photovoltaik auf Gewerbegebäuden: die begrenzte Traglast. Mit bis zu 70 % weniger Gewicht, flexibler Bauweise und vereinfachter Montage erschließen sie Dachflächen, die mit herkömmlichen Modulen nicht nutzbar wären. Die Technologie ist ausgereift, die Leistung vergleichbar – und die Gesamtkosten dank eingesparter Unterkonstruktion und Dachverstärkung oft sogar niedriger als erwartet.

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