Schwarzes Solarmodul mit Tautropfen umgeben von grünen Pflanzen als Symbol für PFAS-freie nachhaltige Photovoltaik
Bild: PFAS-freie Solarmodule stehen für saubere Energie im Einklang mit der Natur | © ENnergy GmbH

PV Module ohne PFAS werden 2026 immer wichtiger: Die EU plant eine umfassende Beschränkung der sogenannten Ewigkeitschemikalien, und PFAS-freie Solarmodule sind bereits auf dem Markt. Doch was bedeutet das konkret für Ihre Solaranlage?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wo genau PFAS in Solarmodulen stecken, welche Risiken bestehen und welche Alternativen es gibt. So treffen Sie eine informierte Entscheidung für Ihre Photovoltaikanlage.

Das Wichtigste in Kürze

  • PFAS stecken vor allem in den Rückseitenfolien (Backsheets) von Solarmodulen und schützen vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung
  • Die EU plant eine PFAS-Beschränkung ab frühestens 2028/2029 – die PV-Branche erhält voraussichtlich Sonderregelungen
  • Glas-Glas-Module sind die einfachste Alternative ohne Ewigkeitschemikalien, da sie kein Backsheet benötigen
  • Im Betrieb ist kein Auswaschungsrisiko nachgewiesen – problematisch sind Herstellung und Entsorgung
  • Hersteller wie WINAICO und Solar Fabrik bieten bereits zertifiziert schadstofffreie Module an

Was sind PFAS und warum stecken sie in Solarmodulen?

PFASPer- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine Gruppe von über 10.000 synthetischen Chemikalien, die extrem langlebig sind. (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind synthetische Chemikalien, die wegen ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften in vielen Industriezweigen eingesetzt werden. Ihr Spitzname „Ewigkeitschemikalien” verrät das Problem: Sie bauen sich in der Natur praktisch nicht ab.

In der Photovoltaik werden PFAS vor allem wegen ihrer Witterungsbeständigkeit geschätzt. Sie schützen empfindliche Zellkomponenten vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Korrosion – und verlängern so die Lebensdauer der Module.

Wo genau werden PFAS in PV-Modulen eingesetzt?

Nicht das gesamte Solarmodul enthält PFAS. Die Chemikalien konzentrieren sich auf bestimmte Komponenten:

Komponente PFAS-Typ Funktion
Rückseitenfolie (Backsheet) PVDF, PVF (Tedlar) Schutz gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung
Kabelisolierungen PTFE (Teflon), FEP Hitzebeständige Ummantelung
Beschichtungen PTFE Oberflächenversiegelung
Verkapselung Fluorpolymere Barriereschicht zum Schutz der Solarzellen

Den größten Anteil haben die Backsheets: Klassische Rückseitenfolien bestehen aus einem Dreischichtaufbau (PVDF/PET/PVDF). Noch 2022 enthielten rund 80 % aller Backsheets auf dem Markt Fluorpolymere.

Welche Risiken bergen PFAS für Umwelt und Gesundheit?

Die gute Nachricht zuerst: Ein systematisches Review aus 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass bisher keine Studie eine Auswaschung von PFAS aus PV-Modulen nachweisen konnte – weder während des Betriebs noch am Lebensende.

Die Probleme liegen woanders:

Herstellung

Bei der Produktion von Fluorpolymeren werden zusätzliche fluorierte Substanzen freigesetzt. Prozesshilfsmittel wie GenX kontaminieren nachweislich Grundwasser in der Nähe von Produktionsstätten.

Entsorgung & Recycling

PFAS-haltige Module sind schwer recycelbar. Bei Verbrennung können Schadstoffe entstehen, auf Deponien können PFAS in Boden und Grundwasser gelangen.

Gut zu wissen: Die in Solarmodulen verwendeten Fluorpolymere gelten als PFAS-Untergruppe mit niedrigem Risiko. Eine punktbasierte Gesundheitsrisikobewertung ergab kein Risiko für gängige Schadstoffe wie PFOA oder PFOS.

Was plant die EU zur PFAS-Regulierung?

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat im August 2025 einen aktualisierten Beschränkungsvorschlag veröffentlicht. Dieser ist enger gefasst als der ursprüngliche Entwurf von 2023.

Zeitpunkt Was passiert?
Frühjahr 2026 RAC- und SEAC-Ausschüsse schließen Bewertungen ab
Ende 2026 Endgültige Stellungnahmen erwartet
2027 Entscheidung der EU-Kommission wahrscheinlich
2028/2029 Frühestmögliches Inkrafttreten mit Übergangsfrist

Positiv für Solaranlagen-Besitzer: Fluorpolymere in erneuerbaren Energien werden als „kritische Anwendung” eingestuft. Die PV-Branche dürfte längere Ausnahmefristen oder Sonderkonditionen erhalten.

Welche PFAS-freien Alternativen gibt es?

Alternativen ohne Ewigkeitschemikalien sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Es gibt mehrere bewährte Ansätze:

Glas-Glas-Module: Die eleganteste Lösung

Solarmodule ohne PFAS lassen sich am einfachsten mit Glas-Glas-Technologie realisieren. Statt einer Kunststoff-Rückseitenfolie schützt eine zweite Glasscheibe die Solarzellen. Das eliminiert das Backsheet komplett – und damit die größte PFAS-Quelle im Modul.

  • Kein Backsheet nötig – keine Fluorpolymere
  • Längere Lebensdauer (30+ Jahre)
  • Besserer Schutz gegen Feuchtigkeit und Hagel
  • Bifaziale Nutzung möglich (Stromerzeugung auf beiden Seiten)

Weitere Backsheet-Alternativen

Material Vorteile Einschränkungen
PET (Polyester) Günstig, über 15 Jahre Praxiserfahrung UV-Stabilität geringer als Fluorpolymere
CPC (Coated PET) Günstiger als laminierte Backsheets Teilweise noch Fluor-Beschichtungen
Polyolefin Recycelbar, PFAS-frei, günstig Weniger Langzeitdaten verfügbar

Jetzt Angebot sichern

Sie planen eine Solaranlage mit nachhaltigen, PFAS-freien Modulen? Unsere Experten beraten Sie kostenlos zu den besten Optionen für Ihr Dach.

Jetzt Solarangebot anfordern

11% abgeschlossen
11% abgeschlossen Schritt 1 von 11
Schritt 1 von 11
E-Check Fachbetrieb Siegel ProvenExpert Siegel Südwestfalen-Manager Siegel

Um was für ein Objekt handelt es sich?

Welche Dachform hat das Objekt?

Sind Sie Eigentümer des Objektes?

Wie viele Personen nutzen den Strom?

Wie hoch ist Ihr aktueller Stromverbrauch?

1.000 kWh 25.000 kWh
4.000 kWh/Jahr

Planen Sie zusätzliche Stromverbraucher?

Ihre Angaben

Ihre Kontaktdaten

🇩🇪 Deutschland +49
🇦🇹 Österreich +43
🇨🇭 Schweiz +41

Wo soll die Solaranlage installiert werden?

Wann sind Sie am besten erreichbar?

Zusammenfassung Ihrer Angaben

Prüfen Sie Ihre Angaben und fordern Sie Ihr kostenloses Angebot an

Objekttyp: -
Dachform: -
Eigentumsverhältnis: -
Personenanzahl: -
Stromverbrauch: -
Geplante Verbraucher: -
Firma: -
Anrede: -
Name: -
E-Mail: -
Telefon: -
Adresse: -
Empfohlen von: -
Erreichbarkeit: -
Anmerkungen: -

Welche Hersteller bieten PFAS-freie Module an?

Einige Hersteller haben sich bereits klar positioniert und bieten zertifiziert schadstofffreie Produkte an:

Hersteller Technologie Verfügbarkeit
WINAICO Glas-Glas, zertifiziert PFAS-frei Über Fachhandel in Deutschland
Solar Fabrik Glas-Glas, TÜV-geprüft, PFAS-frei Produktion in Deutschland (Hösbach)

Darüber hinaus bieten große Hersteller wie Jinko, Trina und LONGi Glas-Glas-Varianten an, die zumindest beim Backsheet frei von Fluorpolymeren sind. Beachten Sie jedoch: Kabel und Junction Box können noch Ewigkeitschemikalien enthalten.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Fragen Sie gezielt nach PFAS-freien Modulen
  • Bevorzugen Sie Glas-Glas-Module für maximale PFAS-Freiheit
  • Achten Sie auf Zertifizierungen (TÜV, unabhängige Tests)
  • Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten – nicht alle „PFAS-frei”-Claims sind gleich umfassend

Häufig gestellte Fragen zu PV Modulen ohne PFAS

Nein. Aktuelle Studien zeigen, dass während des Betriebs keine Ewigkeitschemikalien aus den Modulen auswaschen. Das Risiko besteht hauptsächlich bei der Herstellung und Entsorgung. Ihre bestehende Anlage können Sie bedenkenlos weiterbetreiben.

Fazit: PFAS-freie Solarmodule sind die Zukunft

Die Problematik rund um Ewigkeitschemikalien in der Photovoltaik ist real, aber kein Grund zur Panik. Bestehende Anlagen sind unbedenklich, und der Markt bewegt sich klar in Richtung schadstofffreier Lösungen. Glas-Glas-Module sind bereits 2026 der neue Standard und bieten neben Freiheit von Fluorpolymeren auch bessere Haltbarkeit und Hagelschutz.

Wer heute in eine Solaranlage investiert, sollte das Thema bei der Modulwahl berücksichtigen. Solarmodule ohne PFAS sind verfügbar, leistungsfähig und zukunftssicher – ganz im Sinne einer wirklich nachhaltigen Energiewende.

Beratung zu PFAS-freien Solarmodulen

Unsere Experten helfen Ihnen, die passenden Module für Ihr Projekt zu finden – nachhaltig, leistungsstark und zukunftssicher.

Jetzt kostenlos beraten lassen