Wohnsiedlung bei Stromausfall in der Nacht – nur ein Haus mit PV-Anlage und Speicher hat Licht
Bild: Stromausfall in der Nachbarschaft: Dank PV-Anlage mit Batteriespeicher bleibt ein Haus beleuchtet. | © ENnergy GmbH

Bei einem Stromausfall schaltet sich eine Standard-PV-Anlage aus Sicherheitsgründen automatisch ab – auch bei Sonnenschein. Doch mit einem Batteriespeicher und der richtigen Notstromversorgung können Sie Ihre Photovoltaik auch bei einem Stromausfall weiter nutzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Ihre Solaranlage bei einem Stromausfall nicht automatisch weiterlaufen kann und welche Lösungen es gibt.

Ob kurzer Netzausfall oder längerer Blackout: Wer seine PV-Anlage mit einem notstromfähigen Wechselrichter und Speicher kombiniert, bleibt unabhängig vom Stromnetz versorgt. Wir erklären die technischen Hintergründe, den Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom und worauf Sie bei der Planung achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Standard-PV-Anlage schaltet bei Stromausfall automatisch ab (NA-SchutzNetz- und Anlagenschutz: Sicherheitsmechanismus, der die PV-Anlage bei Netzstörungen automatisch vom Stromnetz trennt.)
  • Nur mit notstromfähigem Wechselrichter und Batteriespeicher ist eine Versorgung bei Stromausfall möglich
  • Notstrom versorgt einzelne Steckdosen, Ersatzstrom das gesamte Hausnetz
  • Moderne Speichersysteme ermöglichen einen vollautomatischen Inselbetrieb
  • Die Überbrückungszeit hängt von Speicherkapazität und Verbrauch ab – typisch sind 6–24 Stunden
  • Eine Nachrüstung bestehender PV-Anlagen ist in den meisten Fällen möglich

Warum schaltet sich eine PV-Anlage bei Stromausfall ab?

Ihre Photovoltaikanlage erzeugt bei Sonnenschein zuverlässig Strom. Fällt jedoch das öffentliche Netz aus, greift eine von der Bundesnetzagentur vorgeschriebene Sicherheitsfunktion: Der NA-Schutz (Netz- und Anlagenschutz) trennt die Anlage sofort vom Stromnetz.

Wichtig: Ohne Notstromsystem liefert Ihre PV-Anlage bei einem Stromausfall keinen Strom – selbst wenn die Sonne scheint. Der Wechselrichter benötigt das Netz als Referenz und schaltet sich ab.

Diese Abschaltung hat zwei wichtige Gründe:

  • Schutz von Wartungspersonal: Techniker, die am Stromnetz arbeiten, dürfen nicht durch unkontrollierte Einspeisung gefährdet werden
  • Schutz der Anlage: Bei unkontrollierter Netzwiederkehr könnten Spannungsspitzen die PV-Anlage beschädigen

Damit Ihre Solaranlage bei einem Stromausfall trotzdem Energie liefern kann, brauchen Sie ein System, das ein eigenes Hausnetz aufbauen kann – unabhängig vom öffentlichen Stromnetz.

Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?

Beim Thema Notstromversorgung mit Photovoltaik tauchen zwei Begriffe auf, die oft verwechselt werden: Notstrom und Ersatzstrom. Der Unterschied liegt im Umfang der Versorgung.

Eigenschaft Notstrom Ersatzstrom
Versorgungsumfang Einzelne Steckdosen am Speicher Gesamtes Hausnetz
Umschaltung Manuell oder automatisch Vollautomatisch (wenige Sekunden)
PV-Nachladung Meist nicht möglich Ja, Inselbetrieb mit PV-Nachladung
Kosten Geringer Aufpreis Höherer Aufpreis (Umschaltbox nötig)
Geeignet für Kurze Ausfälle, Notbeleuchtung Längere Ausfälle, komplette Hausversorgung

Tipp: Für die meisten Haushalte ist die Ersatzstromfunktion die bessere Wahl. Sie ermöglicht den vollständigen Inselbetrieb und lädt den Speicher über die PV-Anlage nach – so können Sie einen Stromausfall mehrere Tage überbrücken.

Wie funktioniert die Notstromversorgung mit Photovoltaik?

Bei einem Netzausfall erkennt ein notstromfähiger Wechselrichter automatisch den Ausfall. Innerhalb weniger Sekunden wird das Hausnetz vom öffentlichen Stromnetz getrennt und ein eigenständiger Inselbetrieb aufgebaut. Die PV-Anlage und der Batteriespeicher versorgen dann Ihr Zuhause unabhängig weiter.

So läuft die automatische Umschaltung ab

  1. Netzerkennung: Der Wechselrichter erkennt den Spannungsabfall im öffentlichen Netz
  2. Netztrennung: Ein automatischer Schalter trennt das Hausnetz vom Stromnetz
  3. Inselbetrieb: Der Wechselrichter baut ein eigenes Hausnetz auf und versorgt es über den Batteriespeicher
  4. PV-Nachladung: Bei Sonnenschein laden die PV-Module den Speicher nach
  5. Rückschaltung: Bei Netzwiederkehr wird automatisch auf Normalbetrieb umgeschaltet

Voraussetzungen für die Notstromversorgung

  • Notstromfähiger Wechselrichter (z. B. Hybrid-Wechselrichter)
  • Ausreichend dimensionierter Batteriespeicher (mind. 5–10 kWh empfohlen)
  • Automatische Umschalteinrichtung (Ersatzstrombox)
  • Fachgerechte Installation durch einen zertifizierten Elektriker

Weitere Informationen zu Speichersystemen und deren Wirtschaftlichkeit finden Sie bei der Verbraucherzentrale.

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Welche Rolle spielt der Batteriespeicher bei Stromausfall?

Der Batteriespeicher ist das Herzstück jeder Notstromlösung. Ohne Speicher kann Ihre PV-Anlage bei einem Stromausfall keinen Strom liefern – auch nicht tagsüber. Denn der Wechselrichter benötigt den Speicher als Energiepuffer, um ein stabiles Hausnetz aufzubauen.

Wie lange überbrückt ein Speicher den Stromausfall?

Die Überbrückungszeit hängt von der Speicherkapazität und Ihrem Stromverbrauch ab. Hier eine Orientierung:

Speicherkapazität Grundversorgung (0,5 kW) Normaler Verbrauch (1,5 kW) Hoher Verbrauch (3 kW)
5 kWh ca. 10 Stunden ca. 3 Stunden ca. 1,5 Stunden
10 kWh ca. 20 Stunden ca. 6 Stunden ca. 3 Stunden
15 kWh ca. 30 Stunden ca. 10 Stunden ca. 5 Stunden
20 kWh ca. 40 Stunden ca. 13 Stunden ca. 6,5 Stunden

Praxistipp: Im Ersatzstrombetrieb mit PV-Nachladung verlängert sich die Überbrückungszeit deutlich. An sonnigen Tagen kann ein 10-kWh-Speicher den Haushalt praktisch unbegrenzt versorgen.

Mehr über die Vorteile großer Batteriesysteme erfahren Sie in unserem Ratgeber PV mit Speicher: Vorteile großer Batteriesysteme.

So bereiten Sie Ihre PV-Anlage auf einen Stromausfall vor

Eine gute Vorbereitung entscheidet darüber, ob Ihre Solaranlage bei einem Stromausfall zuverlässig funktioniert. Diese Maßnahmen empfehlen wir:

Checkliste für die Vorbereitung

  • Prüfen, ob Ihr Wechselrichter notstromfähig ist (ggf. Nachrüstung planen)
  • Batteriespeicher ausreichend dimensionieren (Faustregel: mind. 1× Tagesverbrauch)
  • Notstromfunktion regelmäßig testen (mind. 1× jährlich)
  • Wichtige Verbraucher priorisieren (Kühlschrank, Heizung, Router, Beleuchtung)
  • Bedienungsanleitung für den Notfall griffbereit halten
  • Wartungsvertrag für PV-Anlage und Speicher abschließen

Welche Geräte priorisieren?

Priorität Geräte Typischer Verbrauch
Hoch Kühlschrank, Heizungspumpe, Router 200–500 W
Mittel Beleuchtung, Laden von Handy/Laptop 50–200 W
Niedrig Waschmaschine, Geschirrspüler, E-Herd 1.000–3.000 W

Allgemeine Tipps zur Vorbereitung auf einen Stromausfall finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Häufig gestellte Fragen zu Stromausfall und PV-Anlage

Nein, eine Standard-PV-Anlage schaltet sich bei einem Stromausfall automatisch ab (NA-Schutz). Nur mit einem notstromfähigen Wechselrichter und Batteriespeicher können Sie auch bei einem Netzausfall Strom nutzen. Das System baut dann ein eigenständiges Hausnetz auf.

Fazit: Mit der richtigen Planung sicher durch jeden Stromausfall

Eine PV-Anlage allein schützt Sie nicht vor einem Stromausfall – dafür brauchen Sie einen Batteriespeicher und einen notstromfähigen Wechselrichter. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Kombination versorgen Sie Ihr Zuhause auch bei einem längeren Netzausfall zuverlässig mit Strom. Und tagsüber laden die PV-Module den Speicher nach, sodass Sie theoretisch unbegrenzt unabhängig bleiben.

Informieren Sie sich über unsere Speicher- und Wechselrichter-Lösungen oder lassen Sie sich direkt von unseren Experten beraten.

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