Die Infrarotheizung mit Photovoltaik ist eine effiziente Kombination, die Ihre Heizkosten spürbar senkt – mit einer PV-Anlage heizen Sie an sonnigen Tagen nahezu kostenlos. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was eine Infrarotheizung mit Solaranlage und Batteriespeicher kostet, welche Erfahrungen Hausbesitzer gemacht haben und für wen sich die Kombination 2026 wirklich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Effizient kombiniert: Infrarotheizungen nutzen selbst erzeugten Solarstrom direkt zum Heizen und erhöhen den Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage.
- Kosten: Ein Komplettsystem (PV + Infrarotheizung + Steuerung) kostet für ein Einfamilienhaus ca. 16.000–25.000 €.
- Ideal für: Gut gedämmte Neubauten, Niedrigenergiehäuser oder als Zusatzheizung in einzelnen Räumen.
- Batteriespeicher empfohlen: Ein Stromspeicher ermöglicht das Heizen auch abends und nachts mit Solarstrom.
- Einschränkung: Im Winter reicht die PV-Leistung allein nicht aus – Netzstrom wird als Ergänzung benötigt.
Wie funktioniert eine Infrarotheizung mit Photovoltaik?
Eine InfrarotheizungElektrische Heizung, die Wärme als Infrarotstrahlung abgibt und damit direkt Objekte und Oberflächen erwärmt – nicht die Luft. wandelt elektrische Energie im Verhältnis 1:1 in Wärme um. Im Gegensatz zu konventionellen Heizkörpern erwärmt sie nicht die Raumluft, sondern direkt Wände, Möbel und Personen durch Infrarotstrahlung. Das Prinzip ähnelt der natürlichen Sonnenwärme.
Koppeln Sie die Infrarotheizung mit einer Photovoltaikanlage, fließt der selbst erzeugte Solarstrom direkt in die Heizung. Ein Leistungssteller wie der Fronius Ohmpilot oder der my-PV AC THOR regelt dabei die Heizleistung automatisch und nutzt ausschließlich den PV-Überschussstrom. So heizen Sie tagsüber nahezu kostenlos mit Solarenergie.
Gut zu wissen: Anders als eine Wärmepumpe benötigt eine Infrarotheizung keine aufwendige Installation mit Außengerät und Kältemittelkreislauf. Sie wird einfach an die Wand montiert und an eine Steckdose angeschlossen.
Was kostet eine Infrarotheizung mit Photovoltaik?
Die Kosten für eine Infrarotheizung mit Solaranlage hängen von der Gebäudegröße, dem Dämmstandard und der gewünschten Anlagengröße ab. Hier eine realistische Kostenübersicht für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (100 m²):
| Komponente | Kosten (ca.) |
|---|---|
| PV-Anlage 8–10 kWp | 9.000–13.000 € |
| Infrarotheizungen (6–10 Paneele) | 3.000–6.000 € |
| Leistungssteller (z. B. AC THOR) | 800–1.500 € |
| Batteriespeicher 5–10 kWh (optional) | 4.000–8.000 € |
| Gesamt ohne Speicher | ca. 13.000–20.500 € |
| Gesamt mit Speicher | ca. 17.000–28.500 € |
Die Amortisation liegt je nach Eigenverbrauchsquote und Strompreisentwicklung bei 10–14 Jahren. Bei einem Strompreis von aktuell 36–38 Ct/kWh und einer Einspeisevergütung von nur noch 7,73 Ct/kWh lohnt sich der Eigenverbrauch des Solarstroms finanziell besonders.
Welche Vorteile bietet eine Infrarotheizung mit Solaranlage?
Niedrige Betriebskosten
Solarstrom kostet Sie nur 8–12 Ct/kWh – deutlich weniger als Netzstrom. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 50–70 % sinken die Heizkosten erheblich.
Wartungsfrei und langlebig
Infrarotheizungen haben keine beweglichen Teile, keinen Verschleiß und eine Lebensdauer von 20–30 Jahren. Die Wartungskosten liegen bei null.
Gesundes Raumklima
Keine Luftzirkulation bedeutet weniger Staubaufwirbelung – ideal für Allergiker. Die Strahlungswärme wird als besonders angenehm empfunden.
Flexible Installation
Infrarot-Paneele sind nur wenige Zentimeter dünn und lassen sich an Wänden oder Decken montieren – auch als Spiegel oder Bildheizung.
Infrarotheizung mit Batteriespeicher: Lohnt sich die Ergänzung?
Die größte Schwäche dieser Heizkombination: Im Winter scheint die Sonne weniger, aber der Heizbedarf ist am höchsten. Ein Batteriespeicher löst dieses Problem teilweise, indem er tagsüber erzeugten Solarstrom für die Abend- und Nachtstunden speichert.
| Kriterium | Ohne Stromspeicher | Mit Stromspeicher |
|---|---|---|
| Eigenverbrauchsquote | 30–50 % | 60–80 % |
| Heizen am Abend | Netzstrom nötig | Gespeicherter Solarstrom |
| Autarkiegrad | Niedrig bis mittel | Mittel bis hoch |
| Mehrkosten | – | 4.000–8.000 € |
Ehrliche Einschätzung: Auch mit Batteriespeicher kann eine Infrarotheizung im Hochwinter nicht vollständig mit Solarstrom betrieben werden. Rechnen Sie damit, dass 20–40 % des Heizstroms aus dem Netz kommen.
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Für welche Gebäude eignet sich eine Infrarotheizung mit PV-Anlage?
Nicht jedes Gebäude ist für eine Infrarotheizung als alleinige Heizung geeignet. Entscheidend ist vor allem der Dämmstandard.
| Gebäudetyp | Eignung | Empfehlung |
|---|---|---|
| KfW-Effizienzhaus / Neubau | Sehr gut | Als alleinige Heizung möglich |
| Sanierter Altbau (gut gedämmt) | Gut | Als Hauptheizung mit Netzstrom-Backup |
| Unsanierter Altbau | Eingeschränkt | Nur als Zusatzheizung für einzelne Räume |
| Ferienhaus / Gartenhaus | Ideal | Schnelle Aufheizung bei Bedarf, kein Frostschutz nötig |
- Gebäude erfüllt mindestens KfW-70-Standard oder besser
- Dach bietet ausreichend Fläche für eine PV-Anlage ab 8 kWp
- Keine Gas- oder Ölheizung vorhanden, die weiter genutzt werden soll
- Bereitschaft, im Winter ergänzend Netzstrom zu beziehen
Erfahrungen mit Infrarotheizung und Photovoltaik
Hausbesitzer, die eine Solar-Infrarotheizung betreiben, berichten überwiegend positiv:
- Angenehme Wärme: Die Strahlungswärme wird als natürlicher und behaglicher empfunden als Konvektionswärme von herkömmlichen Heizkörpern.
- Schnelle Reaktionszeit: Infrarot-Paneele erreichen ihre volle Heizleistung innerhalb weniger Minuten – ideal für bedarfsgerechtes Heizen.
- Raumweise Steuerung: Jeder Raum lässt sich individuell über Thermostat oder Smart-Home-App regeln. Ungenutzte Räume bleiben kalt.
- Kein Heizungskeller nötig: Die flachen Paneele an Wand oder Decke sparen wertvollen Platz, der sonst für Heizkessel und Rohrleitungen benötigt wird.
Praxis-Tipp: Platzieren Sie Infrarotheizungen gegenüber von Fenstern, nicht dahinter. So bestrahlen die Paneele die größtmögliche Fläche und vermeiden Wärmeverluste durch die Verglasung.
Förderungen für Infrarotheizung und Photovoltaik 2026
Direkte Förderungen speziell für Infrarotheizungen gibt es aktuell nicht. Allerdings profitieren Sie indirekt über mehrere Wege:
- 0 % Mehrwertsteuer auf PV: Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf Photovoltaikanlagen bis 30 kWp – das spart beim Kauf rund 15–20 %.
- BEG-Förderung: Im Rahmen einer energetischen Sanierung können Infrarotheizungen als Teil des Gesamtkonzepts förderfähig sein.
- Steuerliche Absetzbarkeit: Energetische Sanierungsmaßnahmen am selbstgenutzten Eigenheim können über 3 Jahre bis zu 20 % der Kosten steuerlich geltend gemacht werden.
Häufige Fragen zu Infrarotheizung und Photovoltaik
Eine Infrarotheizung verbraucht je nach Raumgröße und Dämmung etwa 300–800 Watt pro Paneel. Für ein gut gedämmtes Einfamilienhaus (100 m²) liegt der jährliche Heizstromverbrauch bei ca. 4.000–7.000 kWh. Mit einer PV-Anlage können Sie davon 50–70 % durch Solarstrom decken.
Ja, in gut gedämmten Gebäuden (KfW-55 oder besser) kann eine Infrarotheizung als alleinige Heizung eingesetzt werden. In schlecht gedämmten Altbauten empfiehlt sie sich dagegen nur als Zusatzheizung für einzelne Räume wie Badezimmer oder Homeoffice.
Nein, eine Wärmepumpe arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 300–500 % (COP 3–5), eine Infrarotheizung nur mit 100 %. Dafür sind die Anschaffungskosten deutlich niedriger und die Installation einfacher. In gut gedämmten Niedrigenergiehäusern mit PV-Anlage kann die Infrarotheizung dennoch die wirtschaftlichere Wahl sein.
Ein Batteriespeicher steigert den Eigenverbrauchsanteil von ca. 40 % auf bis zu 80 % und ermöglicht das Heizen mit Solarstrom auch abends und nachts. Die Mehrkosten von 4.000–8.000 € rechnen sich in der Regel innerhalb von 8–12 Jahren.
Ja, eine Nachrüstung ist unkompliziert möglich. Sie benötigen lediglich die Infrarot-Paneele und einen Leistungssteller, der den PV-Überschuss an die Heizung weiterleitet. Die Installation dauert in der Regel nur einen Tag.
Hochwertige Infrarotheizungen haben eine Lebensdauer von 20–30 Jahren. Da sie keine beweglichen Teile enthalten, gibt es praktisch keinen Verschleiß und keine Wartungskosten.
Fazit: Infrarotheizung mit Photovoltaik – für wen lohnt es sich?
Dieses Heizsystem ist 2026 eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Heizungen – besonders für gut gedämmte Neubauten und als Zusatzheizung in Bestandsgebäuden. Die niedrigen Anschaffungskosten, die einfache Installation und die Möglichkeit, selbst erzeugten Solarstrom direkt zum Heizen zu nutzen, machen das System attraktiv.
Bedenken Sie jedoch: Eine realistische Planung ist entscheidend. Die winterliche PV-Leistung reicht nicht für den vollen Heizbedarf, und ein Batteriespeicher erhöht die Wirtschaftlichkeit deutlich.
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