Schwarze Solarmodule auf deutschem Einfamilienhaus-Dach mit transparenter Schutz-Kuppel als Symbol für Photovoltaik Versicherung
Bild: Schwarze Solarmodule auf deutschem Einfamilienhaus-Dach mit transparenter Schutz-Kuppel als Symbol für Photovoltaik Versicherung | © ENnergy GmbH

Eine Photovoltaik Versicherung ist keine gesetzliche Pflicht – doch ohne passenden Schutz können die Kosten eines Schadens schnell in die Tausende gehen. Wer seine Solaranlage richtig versichern möchte, zahlt dafür zwischen 50 und 250 Euro pro Jahr.

Als PV-Installateur erleben wir regelmäßig, welche Folgen fehlender Versicherungsschutz hat. Von Hagelschäden über Überspannung bis hin zu Marderverbiss: In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Photovoltaikversicherung sich wirklich lohnt – mit Praxis-Tipps direkt vom Installateur.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Photovoltaik Versicherung ist keine Pflicht, aber dringend empfohlen
  • Die Wohngebäudeversicherung deckt nur Grundrisiken (Feuer, Sturm, Hagel) ab
  • Eine eigenständige Allgefahrenversicherung kostet 50–250 € pro Jahr je nach Anlagengröße
  • Allgefahrenversicherungen bieten den umfassendsten Schutz inkl. Ertragsausfall
  • Seit 2023 sind Balkonkraftwerke in neuen GDV-Musterbedingungen mitversichert

Ist eine Photovoltaik Versicherung Pflicht?

Nein – in Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht, Ihre PV-Anlage zu versichern. Allerdings verlangen viele Banken eine Absicherung als Voraussetzung für die Finanzierung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt grundsätzlich eine Absicherung, da die Herstellergarantie keine Naturereignisse oder Diebstahl abdeckt.

Wichtig: Melden Sie Ihre Solaranlage unbedingt Ihrem Wohngebäudeversicherer. Die Anlage erhöht den Gebäudewert – ohne Meldung riskieren Sie im Schadensfall eine Unterversicherung.

Welche Versicherungsarten gibt es?

Es gibt drei wesentliche Wege, Ihre Anlage abzusichern. Jede Variante bietet unterschiedlichen Schutz zu verschiedenen Kosten.

Versicherungsart Deckungsumfang Kosten pro Jahr Empfehlung
Wohngebäudeversicherung (PV-Baustein) Feuer, Sturm, Hagel, Blitz 0–80 € Mindestschutz
Allgefahrenversicherung (Elektronikversicherung) Alle Risiken inkl. Überspannung, Diebstahl, Bedienfehler 80–250 € Beste Wahl
Betreiberhaftpflicht Schäden an Dritten durch die PV-Anlage 30–70 € Zusätzlich empfohlen

Wohngebäudeversicherung mit PV-Baustein

Bei vielen Anbietern ist die PV-Anlage bereits in der Wohngebäudeversicherung enthalten oder für einen geringen Aufpreis integrierbar. Der Schutz beschränkt sich jedoch auf Grundgefahren: Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser. Technische Defekte, Überspannung durch Blitz oder Brandschäden durch fehlerhafte Komponenten sind oft nicht abgedeckt.

Allgefahrenversicherung: Der Rundum-Schutz

Die Allgefahrenversicherung (auch Elektronikversicherung) bietet den umfassendsten Schutz. Sie deckt alle Risiken ab, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind – einschließlich Überspannung, Kurzschluss, Tierbiss und sogar Bedienfehler. Viele Tarife enthalten zusätzlich eine Ertragsausfallversicherung, die entgangene Einspeisevergütung bei Anlagenausfall ersetzt.

Betreiberhaftpflicht

Als Betreiber einer PV-Anlage haften Sie für Schäden, die von Ihrer Anlage verursacht werden – etwa wenn ein Modul vom Dach fällt. Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Privathaftpflicht PV-Anlagen abdeckt. Anlagen bis 10 kWp sind häufig mitversichert. Bei größeren Anlagen oder Solaranlagen auf Einfamilienhäusern mit Einspeisung ist eine separate Betreiberhaftpflicht sinnvoll.

Photovoltaik Versicherung: Welche Kosten fallen an?

Die Kosten einer Photovoltaik Versicherung hängen von mehreren Faktoren ab. Als Faustregel gilt: Rechnen Sie mit 0,3–0,5 % des Anlagenwerts pro Jahr. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage liegen die Kosten der Photovoltaik Versicherung zwischen 80 und 150 Euro jährlich.

Anlagengröße Investitionskosten PV Versicherung Kosten pro Jahr
5 kWp (klein) 7.000–9.000 € 50–80 €
10 kWp (Standard) 13.000–17.000 € 80–150 €
15 kWp mit Speicher 22.000–30.000 € 120–250 €

Tipp vom Installateur: Achten Sie bei Anlagen mit Batteriespeicher darauf, dass der Speicher explizit mitversichert ist. Nicht alle Tarife decken Speichersysteme automatisch ab. Aktuelle Infos zu den Kosten einer Photovoltaikanlage finden Sie in unserem Kostenratgeber.

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Welche Schäden deckt der Versicherungsschutz ab?

Die häufigsten Schadensfälle bei Solaranlagen betreffen laut Versicherungsstatistiken folgende Bereiche:

  • Sturm und Hagel (ca. 23 %): Module können durch Hagelkörner beschädigt oder durch Sturm gelöst werden
  • Feuer (ca. 21 %): Besonders an DC-VerbindungenGleichstrom-Verbindungen auf der Dachseite der PV-Anlage, vor dem Wechselrichter. können Lichtbögen entstehen
  • Blitz und Überspannung (ca. 17 %): Auch indirekte Blitzeinschläge können Wechselrichter und Optimierer beschädigen
  • Diebstahl und Vandalismus: Vor allem bei Freiflächenanlagen und leicht zugänglichen Installationen
  • Tierbiss: Marder beschädigen regelmäßig Kabel und Leitungen auf dem Dach

Nicht versichert: Normaler Verschleiß, mangelhafte Wartung und Konstruktionsfehler sind bei allen Versicherern ausgeschlossen. Regelmäßige Wartung ist daher auch aus versicherungsrechtlichen Gründen wichtig.

Darauf sollten Sie beim Solaranlage versichern achten

Auch wenn eine Photovoltaik Versicherung keine Pflicht ist – aus unserer Erfahrung als PV-Installateur lohnt sich der Schutz in jedem Fall. Folgende Empfehlungen geben wir unseren Kunden:

  • Versicherungssumme auf den Wiederbeschaffungswert (Neuwert) festlegen
  • Ertragsausfallversicherung für mindestens 6 Monate einschließen
  • Batteriespeicher explizit in die Police aufnehmen lassen
  • Selbstbeteiligung prüfen – 150 bis 500 € sind üblich und sinnvoll
  • Wartungsklauseln lesen: Unrealistische Intervalle können zum Leistungsausschluss führen
  • Bei Hagelgefährdung: Module der Hagelschutzklasse 3 oder höher wählen

Die Kosten einer Photovoltaik Versicherung amortisieren sich oft schon beim ersten Schadensfall. Vergleichen Sie mehrere Anbieter, bevor Sie sich entscheiden.

Häufig gestellte Fragen zur Photovoltaik Versicherung

Die Wohngebäudeversicherung deckt nur Grundrisiken wie Feuer, Sturm und Hagel ab. Technische Defekte, Überspannung, Diebstahl und Ertragsausfälle sind meist nicht enthalten. Für einen umfassenden Schutz empfehlen wir eine eigenständige Allgefahrenversicherung.

Fazit: PV Versicherung lohnt sich fast immer

Eine Photovoltaik Versicherung gehört zur Solaranlage wie der Wechselrichter zum Modul: technisch keine Pflicht, aber in der Praxis unverzichtbar. Bereits ab 50 Euro pro Jahr schützen Sie Ihre Investition vor unvorhersehbaren Schäden. Die Kosten einer Photovoltaik Versicherung sind gemessen am Anlagenwert gering – die Folgen eines unversicherten Schadens dagegen erheblich.

Unser Rat als Installateur: Schließen Sie eine Allgefahrenversicherung mit Ertragsausfallschutz ab und lassen Sie den Batteriespeicher explizit aufnehmen. So ist Ihre Anlage optimal geschützt und Sie können sich auf das konzentrieren, was zählt – Ihren eigenen Solarstrom.

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