Nahaufnahme eines Solarmoduls zur Veranschaulichung von Watt Peak und kWp Leistung
Bild: Ratgeber: Watt Peak verstehen | © ENnergy GmbH

Watt Peak (Wp) ist die standardisierte Maßeinheit für die maximale Leistung von Solarmodulen unter Testbedingungen. Die größere Einheit Kilowatt Peak (kWp) entspricht 1.000 Wp und wird bei Hausanlagen verwendet. Diese Kennzahl bestimmt maßgeblich die Leistungsfähigkeit und den Preis Ihrer Solaranlage.

In unserer langjährigen Erfahrung als Photovoltaik-Experten erleben wir häufig, dass diese zentrale Größe für viele Interessenten zunächst verwirrend erscheint. In diesem ausführlichen Ratgeber erklären wir Ihnen alles, was Sie über diese wichtige Maßeinheit wissen müssen – von der grundlegenden Bedeutung über praktische Berechnungsbeispiele bis hin zur optimalen Dimensionierung Ihrer eigenen Anlage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Watt Peak (Wp) gibt die maximale Leistung eines Solarmoduls unter standardisierten Testbedingungen an
  • 1 kWp = 1.000 Wp – typische Hausanlagen haben 5-10 kWp
  • Jahresertrag: In Deutschland erzeugt 1 kWp etwa 900-1.100 kWh pro Jahr
  • Faustregel: Pro 1.000 kWh Jahresverbrauch benötigen Sie etwa 1 kWp Anlagenleistung
  • Vergleichbarkeit: Die Einheit ermöglicht den direkten Vergleich verschiedener Module und Angebote

Was bedeutet Watt Peak bei Solaranlagen?

Die Abkürzung Wp steht für “Watt peak” – auf Deutsch “Spitzenleistung”. Diese Kennzahl gibt an, wie viel elektrische Leistung ein Solarmodul unter optimalen Laborbedingungen maximal erzeugen kann. In der Praxis nutzen Fachleute meist die größere Einheit Kilowatt Peak (kWp), da Hausanlagen typischerweise mehrere tausend Watt Leistung haben.

Gut zu wissen: Die Nennleistung ist besonders wichtig für die Planung einer Photovoltaikanlage und deren Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Anbietern.

Standard-Testbedingungen (STC)

Die Messung erfolgt unter genau definierten Standard-Testbedingungen (Standard Test Conditions, STC):

Parameter Standardwert Bedeutung
Bestrahlungsstärke 1.000 W/m² Entspricht etwa der Mittagssonne im Sommer
Modultemperatur 25°C Niedrigere Temperatur = höhere Leistung
Spektrale Verteilung AM 1.5 Definiertes Sonnenlichtspektrum

Diese standardisierten Bedingungen sorgen dafür, dass Sie Module verschiedener Hersteller direkt miteinander vergleichen können. Die tatsächliche Leistung Ihrer Anlage weicht im Alltag von diesen Idealwerten ab.

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Wie wird die Anlagenleistung berechnet?

Die Berechnung der Gesamtleistung einer Photovoltaikanlage ist einfach: Sie ergibt sich aus der Summe der Nennleistungen aller verbauten Module. In der Praxis der Photovoltaik-Installation begegnen uns dabei verschiedene Berechnungsszenarien.

Grundformel

Berechnung Formel Beispiel
Einzelmodul Modulfläche × Wirkungsgrad × 1.000 W/m² 1,7 m² × 22% × 1.000 = 374 Wp
Gesamtanlage Anzahl Module × Leistung pro Modul 16 Module × 440 Wp = 7,04 kWp
Jahresertrag (Schätzung) kWp × Standortfaktor × 1.000 7 kWp × 0,95 × 1.000 = 6.650 kWh

Praxisbeispiel: Typische Einfamilienhaus-Anlage

Anhand eines konkreten Beispiels aus unserer täglichen Arbeit bei ENnergy lässt sich die Berechnung gut veranschaulichen:

  • Moduldaten: 440 Wp pro Modul (moderne Standardgröße)
  • Installierte Module: 16 Stück
  • Gesamtleistung: 16 × 440 Wp = 7,04 kWp
  • Erwarteter Jahresertrag: ca. 6.700 kWh (bei Südausrichtung)

Beachten Sie: Die Herstellerangaben haben laut aktuellen Branchenstudien eine Toleranz von etwa ±3%. Bei einem 440-Wp-Modul bedeutet das eine mögliche Abweichung von ±13 Watt.

Welche Faktoren beeinflussen die tatsächliche Leistung?

Die tatsächliche Energieausbeute Ihrer PV-Anlage weicht von der Nennleistung ab. Bei der Anlagenplanung berücksichtigen wir mehrere Einflussfaktoren:

Faktor Auswirkung Optimum
Ausrichtung Süd: 100%, Ost/West: 80% Süd ±20°
Neigungswinkel ±5% bei Abweichung vom Optimum 30-40°
Verschattung Bis zu -50% bei Teilschattierung Keine Schatten
Temperatur -0,4% pro Grad über 25°C Hinterlüftung
Verschmutzung -2 bis -5% pro Jahr Regelmäßige Reinigung

Wie viel kWp brauche ich für mein Haus?

Die richtige Dimensionierung Ihrer Photovoltaikanlage ist entscheidend für deren Wirtschaftlichkeit. Unsere Erfahrung bei der Installation zahlreicher Anlagen zeigt, dass eine präzise Planung der Schlüssel zum Erfolg ist.

Empfohlene Anlagengröße nach Verbrauch

Haushaltsgröße Jahresverbrauch Empfohlene Leistung Dachfläche
2 Personen 2.500 kWh 4-5 kWp 20-25 m²
4 Personen 4.000 kWh 6-8 kWp 30-40 m²
Mit Wärmepumpe +3.000 kWh +3-4 kWp +15-20 m²
Mit E-Auto +2.500 kWh +3-4 kWp +15-20 m²

Unser Tipp: Planen Sie etwas größer! Steigender Strombedarf durch E-Mobilität und Wärmepumpen sowie die Teilnahme an dynamischen Stromtarifen machen eine größere Anlage zukunftssicher. Eine spätere Erweiterung ist oft teurer als eine initial größere Installation.

Speicher richtig dimensionieren

Die Kombination von PV-Leistung und Speicherkapazität ist entscheidend für einen hohen Eigenverbrauch. Eine bewährte Faustformel für die optimale Speichergröße:

  • Pro 1 kWp PV-Leistung etwa 1-1,5 kWh Speicherkapazität
  • Mindestens 5 kWh für effektive Eigenverbrauchsoptimierung
  • Maximalgröße abhängig vom Verbrauchsprofil (Tag/Nacht-Verteilung)

Häufige Fragen zu Watt Peak

Alle drei Einheiten beschreiben die Spitzenleistung, nur in unterschiedlichen Größenordnungen: 1 kWp = 1.000 Wp, 1 MWp = 1.000 kWp. Für Hausanlagen nutzt man kWp (typisch 5-15 kWp), für große Solarparks MWp (Megawatt Peak).

Fazit

Die Einheit kWp ist die zentrale Kennzahl für die Planung und den Vergleich von Photovoltaikanlagen. Sie ermöglicht eine standardisierte Bewertung verschiedener Module und Angebote. Für eine wirtschaftlich sinnvolle Anlage sollten Sie Ihren tatsächlichen Stromverbrauch kennen und zukünftige Entwicklungen wie E-Mobilität oder Wärmepumpen einplanen.

Möchten Sie mehr über die optimale Dimensionierung Ihrer PV-Anlage erfahren? In unserem Artikel über die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen finden Sie weitere wichtige Informationen zur Anlagenplanung.

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